Da tauchten mit einem Mal Jurii und Karssawina aus der Finsternis auf. Er verlöschte die Kerze und lächelte allen liebenswürdig und unentschieden zu, weil er noch nicht wußte, wie sie sich zu seinem Einfall verhielten.

Er war von oben bis unten mit gelbem Lehm befleckt und auch die Schulter Karssawinas, mit der sie die Wand gestreift hatte, war beschmutzt.

„Nun, was war? ...“ fragte gleichgültig Semionow, der sich die ganze Zeit über scheinbar um nichts gekümmert hatte.

„Ziemlich originell und ganz hübsch,“ gab Jurii unentschlossen, wie um sich zu rechtfertigen, zur Antwort. „Nur reichen die Gänge nicht weit hinein. Aber irgend ein Holzgestell fault da seinem Ende entgegen.“

„Und haben Sie den Schuß gehört?“ fragte lebhaft und mit den Augen blinkend Karssawina.

„Wozu die Heldentaten berichten? ... Meine Herrschaften, das ganze Bier ist schon ausgetrunken und unsere Seelen sind also in genügendem Maße erquickt worden. Fahren wir los!“ schrie Iwanow.

Als das Boot wieder die Mitte des Flusses erreichte, war der Mond schon aufgegangen. Die Luft war wunderbar still und durchsichtig. Im Himmel und im Wasser, über und unter ihnen, prangten, goldenen Feuerhäufchen gleich, die Sterne, und es schien, daß das Boot zwischen zwei unendlichen, erleuchteten Lufttiefen dahinglitt.

Der Wald an den Uferseiten und sein Schatten, der nicht bis in das Wasser fiel, war düster und geheimnisvoll. Eine Nachtigall begann zu schlagen. Und wenn alle schwiegen, so war es, als ob nicht ein Vogel sänge, sondern irgendein vernunftbegabtes, in seinem Glücke nachdenkliches Wesen.

„Wie schön,“ sagte Ljalja, die Augen hebend und legte ihren Kopf auf die runde Schulter Karssawinas, deren Wärme sie durchdrang.

Dann schwieg man wieder lange und lauschte. Das Schlagen der Nachtigall erfüllte den Wald, hallte trillernd über den tiefsinnigen Strom und zog über die Wiesen dahin, wo lauschig Gräser und Blumen in den monddurchleuchteten Nebel starrten.