— Grege, wo bist Du? Wo bist Du? Ich bin hier, siehst Du mich nicht? Ich suche dich, Grege, Grege!
Wahrhaftig. Und nun sah er Alles. Sie war ausgegangen in die Weite, ihn zu suchen. Am Meere hin führte sie der Weg, dann über Schluchten, auf steile, bleiche Felsen kletterte sie und hing sich mit blutenden Fingern an die Gipfel, an die Wolken — —
— Grege! Zu Hilfe! Rette mich!
— Jala, hier! Was willst Du in der fernen Höhe? Hier bin ich, hier, Du wirst stürzen, ich beschwöre Dich! Siehst Du mich denn nicht? Hier,
Jala, hier bin ich. Wende Dein Gesicht, meine Arme sind Dir geöffnet, so komm’ doch, komm’ — — komm’ herab zu mir — — —.
Er konnte nicht mehr. Das Entsetzen nahm ihm die Stimme. Er fühlte nur, wie ihm die Augen aus dem Kopfe traten, mit aller Gewalt den Blick der Verschwindenden nachzusenden, ihre letzten Züge im Verschweben in unmeßbarer Ferne einzufangen. Er fühlte nur, wie krampfhaft lauschend sein Ohr sich anstrengte, noch einen Laut, noch ein verschwimmendes Zittern ihrer Stimme durch den himmelweiten Luftraum zu erhaschen.
Vergebens.
Schrecken und Sehnsucht im fiebernden Gehirn, im stürmisch pochenden Herzen ließen ihn noch einmal herausschreien: Sprich, sprich, Jala, sprich!
Noch einmal war’s ihm, als vermöchte er ihre Züge zu sehen, in ihr verrinnendes Angesicht zu blicken, die gleitenden Umrisse ihrer schönen, hoheitsvollen Gestalt zu erkennen in den schrecklich fernen Aetherweiten der Unendlichkeit. Dann löste sich Alles in gleichmäßig helles, unbestimmt zitterndes Licht, von feinen Silberwölkchen durchzogen, ferner, immer ferner und lautlos verschwindend hinter dicht heranziehenden schwarzen Purpurwolken, die allmählich den ganzen Himmelsraum erfüllten in majestätisch düsterem Gewoge.
Grege mußte lange in starrer Bewußtlosigkeit gelegen haben. Sein Leib war steif und durchkältet, als sich die Besinnung wieder einstellte, sein Gehirn von einer unsäglichen Müdigkeit.