— Ach, ein Weib! stieß er überrascht hervor und stützte die Hände auf den Boden, um sich besser zu drehen und deutlicher zu sehen.

Sie saß fünf, sechs Schritte hinter ihm auf dem Boden. Lächelnd stand sie auf, die eine Hand auf dem Kopfe des großen Hundes, mit der andern eine grüßende Geste machend. Von Gestalt mäßig hoch, doch kräftig. Lichtblondes Haar, in schönen Zöpfen, die ihr über die Schulter hingen. Den jugendlichen Leib in einem festen, wenig faltenreichen, ärmellosen Gewand, von einem Gürtel umspannt, die Füße nackt, wie die Arme. Die ganze Erscheinung strammer, frischer, kerniger als Jala, die Züge gewöhnlicher, aber in Allem eine große Kraft und ungezwungene Herzlichkeit. Ach, die großen dunklen Feueraugen voll sprühender Gewalt!

— Angelos? Wohnen hier Angelos?

Das Weib trat mit dem Hunde einen Schritt näher und schüttelte lächelnd den Kopf. Der Hund sah neugierig zu ihr auf, als wollte er ihre Blicke und Worte auffangen.

— Mein Name ist Maikka. Hier sind keine Angelos.

Der Hund stellte sich bellend auf die Hinterbeine und legte ihr die mächtigen Pratzen auf die Schultern.

— Maikka? Keine Angelos? Ich danke Dir.

— Du bist groß, blond, stark, wie unsere Männer, aber ich merke, daß Du fremd bist. Ist Dir etwas Schlimmes widerfahren? Du siehst verstört aus. Lange

lagst Du regungslos. Mir bangte um Dich, bis Dich mein Hund weckte.

Sie war noch einen Schritt näher getreten. Der Hund lief von ihr zu Grege und berührte ihm mit dem Kopfe liebkosend die Schulter.