und das sind die Schüler. Wo in aller Welt könnte es anders sein? Wer entscheidet denn bei Euch über die Befähigung eines Schneiders? Doch nicht ein Kollegium von Schneidern? Doch nur Diejenigen, welche sich das Maaß nehmen lassen und das Schneiderwerk an ihrem Leibe tragen? Ein Jeder kann doch nur von Denjenigen gerichtet werden, an denen er sein Werk ausübt, nicht von Denjenigen, die mit ihm das gleiche Werk ausüben, denn die möchten aus irgend einem begreiflichen Hintergedanken heraus an dem Werke ihres Mitbewerbers immer Etwas zu mäkeln haben. Hast Du noch mehr solche Fragen? Geht meine Antwort Euern Teuta-Idealen und Staatsweisthümern wider den Strich? Wer entscheidet in Teuta über die Lehrer?
— Der hohe Oberlehrer, der Hüter des heiligen Wortschatzes.
— Da kommt ein Graben, gieb Acht, daß Du nicht auf den Bauch fällst und Dir dabei das Genick brichst.
Und sie lachte über diese „Teuta-Möglichkeit“, daß sich ihre Hüften bogen. Es war auf dem Wege zur Fohlenwiese.
— Schau’ dort das Mädel, Grege, roth wie eine Rose. Wer sitzt über die Rose zu Gericht? Eine andere Rose?
Grege, komisch angeregt, antwortete im parodirenden gelehrigen Schülerton: — Die Nase, die daran riecht, das Auge, das sich an der Farbe entzückt, die Finger, die schmeichelnd daran tasten . . .
— Und sich am Dorn stechen, vollendete Maikka im gleichen Ton, und sie fand den Spaß sehr gut. So viel Laune hätte sie heute dem ernsten Staatsdenker Grege wahrhaftig nicht zugetraut.
Die Fragen in bunter Reihe, sprunghaft über die verschiedensten Gebiete, freuten Grege. Und wie die Mückenschwärme in der sonnigen Luft, so tanzten die Gedanken in seinem Kopf.
— Du, Maikka, wie ist’s in Nordika mit dem Kinderzeugen?
— Frage die Mütter auf der Fohlenwiese. Wir werden gleich dort sein.