— Die geheimnißvollen Gegensätze: „Man soll die lieben, die Gewalt haben.“ „Man soll alles überwinden, was Gewalt hat . . .“

— Nun wohl, Teutamann, schaff’ Dir Gewalt an, und ich werde Dich lieben. Versuche Gewalt über mich zu haben, und ich werde Dich überwinden. Gut Nacht.

Und sie riß sich von ihm los und eilte davon, wie von Gespenstern gejagt.

Und Grege stand allein im Felde, und vor ihm senkte sich die Finsterniß des Himmels herab auf die purpurne Erde. Er stand wie in einem Traum, mit schmerzlichem, allmählichem Erwachen, als wäre der Leib von der Seele verlassen gewesen und müßte sich erst Alles wieder ineinander finden. Was hatte er vorhin erzählt? . . . War das Erträumtes, Erdachtes,

Erinnerung an einst Erlebtes, mit späteren Lehren und Phantasien und zugeflogenen Irrthümern Vermischtes?

Noch eine Minute, und Nordika begann zu leuchten.

Grege wußte lange nicht, wohin sich wenden. Es war ihm, als hörte er ein gellendes Lachen in den leuchtenden Lüften, wie an jenem Abend, da ihn Maikka auf das Drachenschiff beschied.


Kapitel 19

Der Wind hat sich gedreht und setzt den Laubkronen im Schulhain lebhaft zu. Er bringt den Duft von den Bergen am großen Fjord und weht die Haare um Grege’s Ohren und jagt manchmal eine Locke über die Nase hinweg — und mit den Gedanken im Hirn macht er’s noch schlimmer, die jagt er bald wie Spreu, bald wie eine Schaar ängstlicher Vögel vor sich her, und Grege greift nach der Locke und streicht sie hinter’s Ohr, wo sie nicht halten will, und er drückt die flache Hand über die Augen und an die Stirn, aber es nützt nichts, die Gedanken bleiben nicht fest und nicht einmal die Sinne halten Stand.