Und dann ließ sie ihre Rede in einem munteren Loblied auf Nordika ausklingen, dem Lande des Lichts und der Lust. Damit aber Niemand sie für allzu eigenliebig halte, wolle sie die Erklärung nicht unterdrücken, daß sie auch von den ferner wohnenden Völkern, sogar vor dem Teuta-Volke, herzliche Hochachtung empfinde.
Sogar vor dem Teuta-Volke! Und mit dieser spöttischen Betonung — sogar!
Grege zuckte auf. Er empfand den Beifall, den die Zuhörer der Schlußwendung spendeten, wie einen Schlag in’s Gesicht.
„Ein schlechter Mann, der nicht der Erste sein will!“
„Ein schlechtes Volk, das nicht das Erste sein will!“
Alles was sich seit Wochen an Empörung, Verzweiflung, Sehnsucht, Hoffnung, Glücksempfinden, beleidigtem Stolz, wildem Heldentrotz in Greges Seele aufgestaut, das brach jetzt mit Ungestüm hervor und riß ihn selbst, wie von der Fluth des blutig gekränkten, übergewaltigen Ich- und Heimathsgefühles fortgewirbelt, auf die Tribüne.
Wie ein ekstatischer Seher stand er da, im heiligen Zorn erglüht, das Haupt zurückgebeugt, die Augen weit und groß, ganz Pupille, die vollen Lippen halbgeöffnet, bebend vom zurückgehaltenen Wort. Unter den zürnenden Gesten seiner nach oben ausgreifenden Arme wuchs seine Gestalt.
Es war ein Ereigniß, niemals war ein Fremder da oben gestanden, niemals hatte ein Einheimischer das Schauspiel einer solchen Erregung geboten.
Die ersten Sätze kamen stoßweise, wie aus einer stockenden Maschine, rauh und zerrissen im Ton, von einer Wucht, die sich selbst im Wege steht und über sich selbst hinaus Bahn sucht.
— Ich muß hier mitreden, liebe Leute. Ich muß. Kein Mensch in der Welt soll sagen, daß ein Teutamann geschwiegen, wenn Teuta Ungebühr geschehen. Ich bin ein Teutamann, ganz einfach, ohne Verdienst und Würdigkeit. Ich kenne mein Land, ich weiß um sein Volk so viel, als man zu wissen braucht, um keine Verachtung zu dulden. Ich sage nicht, daß das hier geschehen, ich klage Niemand an, ich empfinde