— Es fällt mir auf, Maikka, daß die Hausthüren nicht gegen die Straße gehen, alle gegen den Hof- oder Gartenraum.

Sie antwortete mit ihrer alten Munterkeit: — Weil die Menschen sonst zu viel schwatzen, und die Weisheit liegt nicht auf der Straße.

— Aber sie kutschirt zuweilen vorüber, versuchte Grege mit Spott.

Maikka drückte ihm rasch die Zügel in die Hand: — Flink, kutschire Du, dann stimmt’s.

Grege stellte sich ungeschickt, Tema merkte sofort den Regierungswechsel und machte keinen Schritt mehr.

Maikka lachte über seine Unbeholfenheit: — Wo hast Du seither Deine Augen gehabt? Solche Dinge sieht man sich doch im Nu ab. Achtung, so, zwischen dem vierten und kleinen Finger den Riemen durchziehen — der kleine ist zu schwach? — also zwischen dem dritten und vierten, und den Daumen so legen, so. Und nun die Ellbogen einwärts an den Leib, die Beine nicht auseinander, Alles in Fühlung, Alles in festem Schluß, ein einziger Kraftkomplex, keine Zerstreuung. Arme ruhig, im Handgelenk sitzt der Witz . . . Und das will ein Staatenlenker sein, ein geborener. Halt, halt, mach’ mir das Thier nicht kopfscheu, Zügel jetzt ganz locker, Du greifst ja zu, als hättest Du eine abgetriebene Schindmähre vorgespannt, nicht ein edles Roß, das eine edle Leitung gewohnt ist. Hör’ mal, Grege, Tema verbittet sich dergleichen robuste Eingriffe in ihre eigene Intelligenz. Sie ist nur willfährig in der Illusion, daß der Mensch auf dem Bock in seinen Fähigkeiten wenigstens nicht unter ihr stehe. Raubst Du ihr diese Illusion, dann macht sie in ihrem Jugendfeuer mit dem Fuhrwerk und seinem Beherrscher kurzen Prozeß.

— Die Noth lehrt kutschiren, Maikka.

— Umgekehrt ist auch gefahren, Grege. Die Noth

zwingt das Thier, sich einen Kutscher gefallen zu lassen, der das Kutschiren nicht gelernt hat. Bis es über die Noth Herr wird und den Kutscher mitsammt seiner Kutsche über den Haufen wirft. Die Geschichte hat schon Manchem nicht bloß den Kutscherthron, sondern das Leben gekostet.

— Ist’s so recht, Maikka?