— Betrachte Temas Verhalten, und Du wirst die Antwort wissen. Das gute, vernünftige Thier! Es nimmt einen Teutamann an, in der Hoffnung noch einen erträglichen Kutscher aus ihm zu machen, damit er ein besseres Fortkommen in der Welt finde! Alles wendet sich zu Deinem Heil!

— Die Noth, die Noth, wie ich vorhin sagte, Maikka. Der die Noth erleidet und der sie beobachtet und dem sie zu Herzen geht, Alle ziehen schließlich am gleichen Strang und müssen sich verständigen.

— Das ist sehr staatsmännisch gesprochen. In der alten Zeit nannte man das, weißt Du wie? Opportunitäts-Politik. Der Karren gerieth trotzdem immer tiefer in den Dreck.

Grege runzelte die Stirn. Sein Blick hatte etwas eigenthümlich Starres, Fanatisches.

— Dreck freilich, wo der überlegene Geist fehlt, den nur das Schicksal sendet oder vorenthält. Die Noth zwingt auch das Schicksal, Maikka.

— Das ist mir zu mystisch, Grege. Es giebt eine Form der Noth, da lacht sich auch das Schicksal in’s Fäustchen. Hunger! Gemeiner Hunger! Das Schicksal hat unter der alten Weltordnung jährlich

Millionen Menschen verhungern lassen, kein Geist hat die armen Hungertodes-Kandidaten errettet. Freilich, damals kannte man Deine Surros noch nicht, das Surrogat aller Surrogate.

— Dein Hohn, Maikka, ist schlechte Kost. Ich fürchte, er bleibt mir im Magen liegen.

— Laß ihn liegen und schaff’ Dir einen neuen Magen an.

— Ich will mir’s merken, Maikka.