— Ist’s das? Bestellt sich der Mündige einen Vormund? Duldet der Freie Obere, die sich mit „Hoheit“ anreden lassen? Ein mündiges freies Volk jagte Dich und mich und alle Hoheiten zum Kuckuck, kröche aus der Erde heraus und liefe frei in die Sonne und allen Winden nach, wie die Thiere des Waldes, wie die Vögel des Himmels.

— Darauf sage ich, der Oberphysikus, Dir dieses: Deine Gelehrsamkeit ist Dir zu Kopf gestiegen. Das sind Alles transszendentale Theorien, die Du aus alten Poeten, Philosophen und anderen Narren aufgelesen.

Ich weiß mich frei davon, drum kann ich ruhig reden.

Minus lächelte wie Einer, dem wirklich vielerlei im Kopfe durcheinander geht. Wiederholt setzte er sein Hörröhrchen ein. Alles blieb stumm. Von keiner Seite eine neue Meldung. Ist die Welt todt?

Bim hüstelte aufgeregt. Er fühlte sich der Erschöpfung nahe. Solchen unerfreulichen Sachen war er nicht gewachsen. Das Herumräthseln an unentwirrbaren Dingen ging allen seinen Fähigkeiten wider den Strich. Dieser Minus, nein, niemals hatte er ihn in einem solchen Zustande gesehen. Ein Knäuel von Widersprüchen. Eine Windsbraut von tollen Stimmungen.

— Ja, ja, Bim. Die Sonne, der Wald, der Himmel, die Thiere.

— Erlaube, das ist Alles furchtbar ungesund. Teuta aber ist gesund geblieben, weil es der Sonne, dem Himmel ausgewichen ist bei Zeiten, weil es die Wälder vertilgt, die überflüssigen Thiere beseitigt hat. Diesen vergangenen Dingen können nur zwei Menschensorten nachschwärmen: Poeten und Verliebte. Und mit ihnen haben wir seit Annodazumal in Teuta aufgeräumt, gründlich.

— Haben wir das, alter Bim?

— Eine weite, ruhige, gradlinige Fläche ist die Erde im Teutaland. Alles ist klar und bestimmt nach Maß und Gewicht. Dieser Zustand soll erhalten bleiben, er ist der denkbar glücklichste für unsere Menschen. Das empfand ich in meiner Jugend, das bestätigt mein

Alter. Eine Wissenschaft, die anders lehrt, ist falsch. Sie zerstört den Frieden, unser höchstes Gut.