— Und eben die spielte ihm Grege mit seinen ausgezeichneten körperlichen Gaben zum Entzücken vor. Die Leute waren aufgelöst in Wonne. Ihr Zwerchfell war erschüttert wie ihr Herz, wenn er in seinem königlichen Komödiantenpomp hervortrat und die höfischen Zeremonien aus der alten Zeit vorspielte. Er war ihr Gott und Fürst und Hanswurst in diesem Augenblick in einer Person. Eine Art künstlerischer Dreieinigkeit zum Gaudium der Massen. Das war sein großer Erfolg. Ich glaube nicht einmal, daß ihm die Sache persönlich Spaß machte. Aber daran liegt nichts. Die schaulustige Menge amüsirte er königlich.

Ao stimmte bei und wackelte mit seinem glänzenden Fettkopfe. Dann flüsterte er mit speckiger Stimme:

— Minus, unter uns: das entscheidet in der Welt, wer der größte Komödiant ist. Der größte Komödiant wird immer das Herz des Volkes für sich haben.

— Das ist das Furchtbare in der Welt, daß sie im Grunde schrecklich und doch ohne Ernst ist. Drum hat auch das lächerliche Wort Uebermensch so viel Glück gemacht. Und das Zarathustra-Fest alle Feste besiegt.

Und Grege alle andern Volksbelustiger in den Schatten gestellt.

— Das Zarathustra-Fest gipfelte in diesem Uebermenschen. Weiß denn Bim nicht Rath?

— Geh’ mir mit Bim!

— Immer quält er uns mit seinen Entdeckungen und Erfindungen. Kann er denn da nichts machen?

— Das ist ja lauter dummes Zeug, was er macht. Du hast’s vorhin selbst gesagt. Linie D 3, Sonnenspektrum, Wellenlinie — läßt sich daraus ein Grege fabriziren, Ao? Oder eine Jala?

— Sprich mir nicht von Jala. Sie gehört nicht hierher. Das ist Deine persönliche Kümmerniß, Minus. Leider. Ein Mann in Deinen Jahren und Würden sollte darüber hinaus sein, erlaube das harte Wort. Ein Weib geht uns, als Gefühlsgegenstand, so wenig an wie das hypothetische Helium.