— Du thust Dich leicht, Ao.
Der Oberpriester blies die Backen auf und machte die Augen rund wie Glaskugeln:
— Das Gesetz ist da. Teutas unverbrüchliches Gesetz: Hänge Dein Herz an kein Weib!
— Soll ich’s an Bims Helium hängen? Das Herz ist eben auch da.
Ao machte sich kleiner und senkte den Kopf zwischen die fetten Schultern.
— Für das Gemeinsame, Minus, nur für das Gemeinsame. Ach, muß ich die Rebellion an den Besten erleben! Zerbrich Dein Herz, Mann vom hohen Rath, fügt sich’s nicht in’s Gesetz!
— Ich bitte Dich, Oberpriester, was redest Du!
— So lange ich das erste Wort im Lande habe, weiß ich kein anderes, darf ich kein anderes wissen. Drücke mich nicht mit Deinem unrechtmäßigen Begehr. Ich kann nicht mehr. In Teuta ist kein Raum für leidenschaftliche Ueberschwänglichkeiten. Darum reinliche Scheidung zwischen Mann und Weib und strengste Regelung des Verkehrs. Keinen Mischmasch der Gefühle. Ich erliege der Last des Regiments, wenn sich solche Dinge häufen. Wie ruhig und glatt ging Alles die vielen schönen Jahre her, und nun auf einmal steigt mir ein Wirrsal um’s andere auf den Nacken. Ach, ach . . . .
— Gut, ich werde ein Ende machen.
— Ja, thue das. Nimm Vernunft an, Du mein Bester. Entsage dem thörichten Weiblichen. Mach’ ein Ende. Du bist zu alt zum Tanzen. Mach’ ein Ende.