— Minus hat sich einen hohen Ruf in seinem Amte erworben. Neben seinem Amte pflegte er jedoch Liebhabereien, die im Volke nicht immer günstig beurtheilt wurden. Aus der Frauenstadt sind oft seltsame Gerüchte über seine dortigen Besuche zu uns gedrungen. Beweglich war er in seinen Neigungen, schroff, wenn ihm eine Herzensgeschichte nicht nach Wunsch glückte. Das, Hoheit, ist die Meinung im Volke. Anderes wollten auch meine Mitältesten nicht andeuten.

— Habt Ihr Beweise?

Der Sprecher, die ermuthigenden Blicke seiner Mitältesten gewahrend, nahm sich kein Blatt vor den Mund.

— Hoheit, Beweise? Es kommt darauf an, was man als Beweise gelten lassen will. Zum Beispiel geht seit einigen Tagen das Gerücht, Minus habe eine Person aus der Frauenstadt an sich gelockt und für seine Privatzwecke versteckt. Jedenfalls ist die Person seitdem nicht mehr zum Vorschein gekommen. Du selbst, Hoheit, kennst die Person.

— Ich kenne keine Person, auf welche diese Andeutung paßt.

— Dann kennst Du Jala nicht?

— Jala? Was geht Euch Jala an?

— Jala, die Tänzerin, geht uns so viel und so wenig an, wie jedem Unbetheiligten an der Geschichte. Aber Thatsache ist, daß Jala verschwunden ist. Und

Volkes Stimme sagt: Minus’ Hand hat sie verschwinden gemacht. Sein Zauber hat sie beseitigt.

— Ebenso gut könntet Ihr behaupten, Minus habe Grege beseitigt. Denn auch Grege ist verschwunden.