Mein Mann ist wohl längst wieder gesund, und wenn ich ihm meine Sorgen erzähle, wird er mich schelten, daß ich so wenig Seemannsfrau bin. Ich werde versuchen, noch eine Stunde zu schlafen. — —


Wenn ich oft noch im Zweifel war, ob ich Werner wirklich liebte, so wie man sich Gattenliebe untereinander vorstellt, so sind diese Zweifel jetzt geschwunden.

Wäre es nur Dankbarkeit gewesen, ich würde nicht so um sein Leben zittern.

Werner, Werner, mein Lieb, mein Alles, wo bist du? Wie lange hörte ich nichts von dir! Bist du noch krank? Rufe mich, und ich eile zu dir, um dich zu pflegen, und wenn ich durch Welten von dir getrennt wäre. – Ich muß Gewißheit haben, ich ertrage keine Nacht mehr wie die vergangene. —

Und doch, was kann ein Weib tun in meiner Lage! Was kann sie tun? Ein Telegramm wird mir Erlösung und Gewißheit bringen. —


Nun habe ich Gewißheit. Entsetzliche Gewißheit!

Nun liegt es wieder vor mir, das Leben, unnütz und von niemand gewollt. Was soll ich damit?

Wem frommt es?