Er ist tot, und ich habe ihn verloren.

Ich habe oft darüber gelächelt, wenn ich hörte, daß es Leute gibt, die vermeinen, sich mit ihren toten Lieben in Verbindung setzen zu können, jetzt verstehe ich sie. Auch dieser Wahn ist ein Trost. – Nur zu mir kommt niemand, weder die Mutter noch er.

Und doch wird er unvergessen sein. Er soll leben in meiner Erinnerung und in meinem Herzen.

– Der Tote ist tot und nur der Lebende hat Rechte, sagt man ja wohl. Bei mir soll auch der Tote sein Recht behalten. — —


Ich bin so fremd hier geblieben, und das rächt sich jetzt. Kein Mensch kommt zu mir, niemand sagt mir ein liebes, tröstendes Wort.

In solchen Zeiten merkt man doch, daß es gut ist, wenn der Mensch zum Menschen geht.

Nur vom Kontor kommt ab und zu ein Herr zu mir. Er hat mir auch Werners noch ausstehendes Gehalt gebracht und zudem eine kleine Summe, die jede Witwe beim Tode ihres Mannes von der Gesellschaft erhält.

Ich bin also nicht ganz mittellos, für einige Monate hätte ich zu leben. Aber was dann?

Die Frage wird immer dringender. Das Leben ist brutal in seinen Forderungen.