Wie alt er wohl sein mag? Nicht mehr sehr jung. Fünf-, sechsunddreißig? Viel zu alt für mich mit meinen achtzehn Jahren. – Lotte, Lotte, wohin verirrst du dich! Geh schlafen, dann vergehen dir die dummen Gedanken. — —


Der Steward hat mir die Tasche wiedergebracht, Mr. Siegel kenne sie nicht; es sei wohl ein Irrtum. —

Nun liegt sie wieder in meiner Koje. Was mache ich damit? Ich kann das hübsche Ding doch nicht einfach über Bord werfen! Der Mann zwingt mich wirklich dazu, an ihn zu denken. —


Morgen kommen wir an. Mr. Siegel hat mich diese Tage nicht wieder angesprochen, nur heute abend war er mir auf Deck gefolgt.

Er muß doch also gewußt haben, daß ich abends immer noch nach oben gehe. Nett von ihm, daß er mich bis jetzt nicht gestört hat. Er will allen Ernstes mit uns zurück und hofft, daß ich dann etwas liebenswürdiger zu ihm bin.

Ich habe ihm gesagt, daß ich niemals anders zu ihm sein würde. Überhaupt solle er mich in Ruhe lassen. Die Männer seien alle schlecht, er auch – gewiß, er auch! —

»Liebes Kind, wer sagt Ihnen, daß die Männer so schlecht sind? Haben Sie so früh schon böse Erfahrungen gemacht?«

Ich antwortete nicht. Ich wurde ganz verlegen – – wenn er wüßte – –!