»Ich habe gehört, daß Ihnen Ihr Mann nach kurzer Ehe gestorben ist. War er nicht gut zu Ihnen? Undenkbar!«
»Oh, mein Mann!« rief ich, und stockte, in diesem Ausruf lag schon viel zu viel. —
»Ich will Ihnen jetzt Lebewohl sagen,« fuhr Mr. Siegel fort. »Lebewohl und auf Wiedersehen. Denn ich werde Sie wiedersehen. Und versuchen Sie einstweilen, ohne Vorurteil an mich zu denken. Ich war bis jetzt noch nie schlecht gegen eine Frau. – Ich hatte keine Zeit, mich mit ihnen zu beschäftigen, weder im Guten noch im Bösen. Jetzt habe ich Zeit, da dürfen Sie es mir nicht verdenken, wenn ich mich freue, daß mir ein solches Prachtexemplar in die Hände läuft. Doch nun Adio. Auf Wiedersehen in acht Wochen.«
Er gab mir nicht die Hand, er zog nur seinen Hut und blieb stehen, bis ich die Treppe zum Bootsdeck hinauf war. —
Zwei Stunden später.
Ich kann wieder mal nicht schlafen. Ich liege und simuliere und grüble, bis mir die Schläfen hämmern.
Diese Männer! Warum beunruhigt mich nur das alles? Was will er von mir?
Welche Frage! Was sie alle von uns wollen. Außer ihm, außer Werner.
Schütze du mich, Liebster, schütze mich vor mir selbst, vor meinen eigenen, jungen, sehnsüchtigen Gedanken. --