Wir haben nichts Besonderes an Bord diese Reise. Nach und nach habe ich mich auch schon so eingelebt, daß ich gar nicht mehr nach dem Einzelnen hinsehe.
Irgend etwas passiert ja jede Reise. Auch nette Damen, die den Herren gern gefällig sind, gibt es fast immer dabei, man wird als Stewardeß doch so manches gewahr. —
Ich bin ja nun auch nicht mehr so dumm. —
Diesesmal ist in Nr. 42 eine Jüdin, ein schönes, üppiges Weib, ich möchte darauf wetten, daß der Geigenvirtuose aus Nr. 10 nicht nur zu einer Tasse Tee zu ihr geht, wenn er abends um zehn Uhr immer so rasch ins Zimmer schlüpft. — —
Morgen sind wir da. Ich bin ganz unruhig vor lauter Erwartung, ob ein duftender Gruß da ist.
Dieser böse Mensch bringt mit seinen Rosen meine ganze, mühsam erzwungene Ruhe wieder in Aufruhr.
Was er wohl ist? Ob er ein Geschäft hat? Oder vielleicht Farmer? Das wäre schön! Ich mochte immer gern auf dem Lande sein, nur einmal hatte ich Sehnsucht nach der Stadt. —
Aber was fällt mir denn ein! Ich glaube, ich träume wachenden Auges. Was geht es mich an, was dieser Mann ist?
Aber seine Rosen sind doch schön.