Gestern bin ich noch einmal an Werners Grab gewesen. Ich habe Abschied genommen auf lange Zeit, vielleicht für immer.
Es war, trotz aller schlimmen Erfahrungen, ein seliges Stück meiner Jugend, das da oben auf dem stillen Friedhof auf der Höhe ruht. Die schmerzlichen Tränen, die ich geweint, bringen es mir nicht zurück.
Und doch, wie wandelbar ist der Mensch!
Wer mir vor elf Monaten gesagt hätte, daß ich einmal wieder so ruhig über alles denken würde, ich hätte ihn für roh und gefühllos gehalten. Und nun? Ja, ja, es ist schon so, das Leben ist brutal. —
Zum letzten Male zu Hause.
Noch einmal bin ich um den Außendeich gegangen. --
Es wird Herbst. Kalt und unfreundlich bläst der Wind über das Wasser. Die Sonne hat ihre strahlende Glut verloren, fahl und glanzlos versinkt sie in den Wellen.
Lange starre ich in die verglimmenden Farben.