Und dann, ich möchte, falls ich früher sterbe als mein Mann, das Buch in seine Hände legen, damit er sieht, wen er an sein Herz genommen hatte. Stirbt mein Mann vor mir, so soll meine Tochter die Aufzeichnungen ihrer Mutter lesen, sie wird daraus ersehen, wie viel ein Weib ertragen kann, ohne daß es seelisch zugrunde geht. —

Der Vollständigkeit halber will ich noch erwähnen, daß Bronja wieder in ihrer Heimat ist. Der Doktor hat ihr zweitausend Dollars gegeben, hat ihr ein Billett besorgt und sie auch nach dem Dampfer gebracht. Sie hat so große Sehnsucht nach ihrem Kinde gehabt.

Mögen die guten Wünsche, die sie für die unbekannte Wohltäterin ausgesprochen, sich an ihr selbst erfüllen! —


Wir gehen in diesem Frühjahr nach Europa. Mein Mann ist gar nicht recht wohl; ein Herzleiden, das er schon längere Jahre hat, macht ihm viel zu schaffen.

Die Geschäfte bringen zuviel Aufregung, er muß deshalb einmal vollständig ausspannen. —

In Bad Nauheim werde ich dafür sorgen, daß ihm jede Aufregung fern bleibt.

Wir sind reich, sehr reich.

Daran, daß ich mir in keiner Weise Beschränkungen aufzulegen brauchte, merkte ich schon früher, daß wir über reiche Mittel zu verfügen hatten. In den letzten Jahren, wo ich mich um alle geschäftlichen Angelegenheiten kümmere, weiß ich, daß wir nicht mehr zu arbeiten brauchten. Aber es geht mir genau wie meinem Manne, ich könnte mich nicht darein denken, daß alles, sein ganzes Lebenswerk, für andere geschaffen sein sollte.

Und ist nicht die Arbeit eine herrliche Trösterin?