Es ist kaum auszudenken, und doch ist es wahr!
Es klingt gleich einem Märchen, und doch ist es Wahrheit. Der Mann, der vor allen anderen daran schuld ist, daß ich in dieses Labyrinth geriet, der es ablehnte, der Mutter seines Kindes einen ehrlichen Namen zu geben, dieser Mann nimmt den Sohn eben dieser Frau an Kindes Statt an, weil seine Gattin ihm keinen Erben geschenkt.
Meinen Sohn! — —
Meine Gedanken wandern hinweg, weit fort, zu den Tagen, wo mein Mann hoffte – vergebens hoffte, daß ihm ein Erbe für sein Lebenswerk geboren würde.
Er hoffte vergebens!
Und Rudolph Schönewald sollte sich in meinem Sohne den Erben heranziehen?
Das Kind der Frau, die er verschmäht, weil sie nicht Geld genug hatte, um die Gattin eines Gutsbesitzers zu werden!
Nein! Ich werde es nicht zugeben! Ich selbst will mein Kind zu mir nehmen, und keine Macht der Welt wird mich daran hindern. —
Vor acht Jahren erst hat er den Knaben zu sich genommen, als ihm selbst keine Hoffnung geblieben, daß ihm ein Erbe geboren würde.
Die Großeltern haben es als die glücklichste Lösung der ganzen Angelegenheit betrachtet.