Der Kinder wegen nehmen wir die Mahlzeiten im großen Salon, was wir in den letzten Jahren wegen meines Mannes Krankheit nie getan haben. Die schön geschmückten Tische, der Luxus der Ausstattung, die harmonisch abgestimmten Farben, das ist stets wie ein Fest.

Wir sitzen am Kapitänstisch, sind also bevorzugt, gewissermaßen. —

Mein Junge kommt aus der Verwunderung gar nicht heraus. Er staunt noch immer die Annehmlichkeiten des Reichtums als etwas Unwirkliches an. Lou ist das gewöhnt, sie nimmt es als selbstverständlich hin.

Was wohl der Kapitän und all die hohen Herrschaften sagen würden, speziell der deutsche Gesandte Graf B., der mir gegenüber sitzt, wenn ich ihnen verriete, daß ich vor nun sechzehn Jahren auf genau solchem Schiff als Stewardeß tätig war?

Das Geld ist doch eine große Macht. — —


Ich kann mich nicht überwinden, ich muß auch diesmal wieder nach alter Gewohnheit des Abends ein Stündchen auf Deck.

Heute abend traf ich Konrad, allein und auf meinem alten Plätzchen. Es berührt mich sonderbar; begegnen wir uns hier in einem Empfinden?

Ich legte den Arm um ihn und sah ihm in die Augen.

Heimweh? Armer Junge! Ich hätte es mir denken können......