Zwischen gestern und heute liegt eine Ewigkeit oder ein ganzes Menschenschicksal, ich weiß es nicht.
Mir ist so sonderbar – so bange. Ist es das Neue, das Unbekannte, dem ich entgegengehe?
Es ist wohl hauptsächlich der Gedanke: hast du auch recht getan, der mich quält. —
Ist es doch das erstemal, daß ich bewußt mein Schicksal in die eigenen Hände genommen habe. — —
Also ich habe mich nun doch mit Herbert Smith verlobt. —
Ich war gestern abend in dem Konzert und hatte mein weißes Kleid an. Alle andern Damen waren feiner, denn das Kleid ist sehr einfach. Frau Fröhlich und ihr Neffe saßen mit mir am Tisch, außerdem noch eine junge Dame aus Baltimore, Miß Pfort, und ein Herr aus Köln. Schon als ich in den Salon kam, sah ich, daß Herberts Augen aufleuchteten; er sprang auf und kam mir entgegen; er sagte mir gleich so viel Schönes, daß ich ganz rot und verlegen wurde.
Eine Schönheit wie ich, habe nicht nötig, sich noch mit kostbaren Kleidern zu schmücken, ich sei die Schönste im Saal trotz meiner Einfachheit. — — —
Ich müßte kein Mädchen sein, wenn ich mich nicht gefreut hätte. —
Zuweilen dachte ich wohl, es seien nur Redensarten, aber mir scheint doch, es ist etwas Wahres daran, denn ich habe wohl bemerkt, daß alle Herren nach mir sahen. Und ich muß sagen, ich gefalle mir selbst, wenn ich im Gesellschaftszimmer an den großen Spiegeln vorübergehe. Ich bin groß und schlank, und mein goldbraun leuchtendes Haar sieht sehr apart aus. —
Ein bißchen eitel darf ich wohl sein. —