Nach dem Konzert saßen wir noch etwas zusammen, es kamen noch einige Herren dazu, und als im Salon die Lichter ausgelöscht werden sollten, beschlossen alle, ins Rauchzimmer zu gehen. Frau Fröhlich bat so lange, bis ich mitging. —

Wir haben sehr viel Champagner getrunken – ich trinke ihn gern – und ich glaube, ich habe einen regelrechten kleinen Schwips gehabt. Ja – und heute früh war ich verlobt. – Wenigstens sagen es alle. Und Herbert war schon um acht Uhr an unserer Zimmertüre und nannte mich seine schöne Braut, seinen stolzen Schwan und was der dummen Dinge mehr sind. – Aber gern hör' ich's doch. — —

Ich kann's jetzt verstehen, daß mein Vater gern Champagner trinkt; mir hat er auch geschmeckt. —

Herbert sagt, wenn ich erst seine Frau sei, könne ich trinken, so viel ich wolle. —

Ich bin doch etwas stark benommen im Kopf. Frau Fröhlich sagt, das komme vom ungewohnten Trinken; sie ließ eine Flasche Sherry kommen, da habe ich auch ein Glas mitgetrunken, und es ist mir wirklich etwas besser geworden. —

Wenn ich über alles klar nachdenke, dann ist mir ganz miserabel zumute. – Soll ich Herbert mein – mein – ja was ist es eigentlich, was hinter mir liegt? Ein Erlebnis – ein Unglück – oder was sonst? Es ist schrecklich! Nein, ich kann es nicht sagen. Würde er dann noch zu mir sagen – mein stolzer Schwan? Schwäne sind rein – weiß – unnahbar. Ach, ich komme mir manchmal so gar nicht mehr rein vor. – Ich sage nichts, lieber will ich ihn überhaupt nicht heiraten.

Aber wird er mich wieder freigeben?

Er hat mir heute nachmittag schon seinen Plan entwickelt. —

Sowie wir in New York ankommen, fahren wir beide im Automobil zum Pfarrer und lassen uns trauen. Das geht in Amerika ganz leicht. Herbert kennt einen Pfarrer in der 2. Avenue, zu dem fahren wir. Papiere brauchen wir nicht.

Die Tante besorgt währenddessen das Gepäck, und ehe alles fertig ist, sind wir schon wieder zurück, dann kann ich meinen Großonkel, der mich abholen will, immer noch begrüßen.