Ich tastete umher, ich suchte an der Wand entlang, vorsichtig schritt ich weiter. Ein Bett war da. Gott sei Dank.

Ich zog das feine Kleid aus und legte mich nieder. Ich sann und sann, was konnte ich tun? Hier im fremden Land, in der großen fremden Stadt, ohne Geld, ohne Freunde! Und doch! Wenn ich nur hinaus könnte, jemand würde sich schon meiner annehmen.

Zuletzt kamen die Tränen, ich weinte so heiß und schmerzlich, daß ich gar nicht wieder aufhören konnte.

Sie müssen mein verzweifeltes Weinen gehört haben, aber kein Mensch kümmerte sich um mich; die sind alle hart wie Stein. —

Zuletzt bin ich wohl vor Ermattung eingeschlafen.

Als ich erwachte, war es noch immer dunkel um mich. Ich wußte gar nicht mehr, war es Tag oder Nacht. Wie lange war ich schon hier? War es ein Tag oder waren es mehrere?

Mich quälte schon wieder der Hunger. War ich denn immer hungrig? Bei all meinem Elend und bei all dem Kummer – die Natur verlangte ihr Recht.

In Geschichten hatte ich so oft gelesen, wenn sie traurig waren oder Kummer hatten, dann nahmen sie tagelang keine Nahrung zu sich. Ich hatte immer Hunger.

Ich konnte nicht mehr schlafen, vorsichtig erhob ich mich und tastete nach der Tür, sie war noch immer verschlossen. Ich klopfte, niemand kam. Ich klopfte stärker, alles umsonst.

Ich ging wieder ins Bett und wartete. Ich meinte, Stunden gelegen zu haben, und nichts ließ sich hören.