Ich weiß jetzt auch, wo ich bin. – Es ist ein Mädchen hier – die »schwarze Katze« sagen alle zu ihr – sie ist vom ersten Tage an sehr freundlich zu mir gewesen. Sie riet mir auch, als ich wieder in den Salon kam, mich zu fügen. Ich sei doch machtlos.

»Jedenfalls bist du Mädchenhändlern in die Hände gefallen,« sagte sie.

Ich erzählte ihr alles. Von Frau Fröhlich, von Herbert Smith, von der Heirat, alles!

»Es ist so! Das saubere Paar ist mit frischer Ladung von Europa gekommen. Entweder, sie haben im Zwischendeck noch Mädchen gehabt, oder aber sie haben auf einem anderen Dampfer, der langsamer fährt, die Mädchen eingeschifft und sind dann selbst mit dem Schnelldampfer gefahren, um die Ware hier in Empfang zu nehmen. Du bist ihnen als Leckerbissen unterwegs noch in die Arme gelaufen.«

»Aber können wir denn nicht zur Polizei?«

»Die Polizei? Du kommst vorläufig überhaupt nicht an die Luft, eher nicht, bis du erst richtig zahm bist. Und dann! Die Polizei! Da mach dir nur nicht zu viel Hoffnung. Weißt du, ich könnte dir Sachen erzählen. Die Policeleute hier im Viertel werden alle von »ihr« bezahlt. Denn die versteht ihr Geschäft. – Und uns glaubt man ja doch nicht. Aber trotz alledem, wenn wir Geld hätten, und du bist nach einigen Monaten noch derselben Ansicht, so will ich dir wohl helfen. Nur jetzt ist noch nichts zu machen.« —

»Und warum gehst du nicht fort, wenn du doch kannst?« fragte ich sie.

»Gott, ich! Wo soll ich hin? Es ist immer noch besser als auf der Straße, da laufen hier in New York sowieso genug herum. Ich bin ja mal 'ne Zeitlang 'raus gewesen; solange man ein festes Verhältnis hat, mag's gehen. Hat man das nicht, dann gibt's Tage, da kann man hungern.«

Ich war ganz benommen. Das war ja schrecklich.

»Aber du kannst doch in Stellung gehen. Nicht immer so etwas,« sagte ich beschwörend.