An dem einen großen Hause laufen schmale eiserne Leitern empor, wenn ich die erreichen könnte, dann wäre Rettung möglich.
Aber die Mauer ist hoch und der Zugang zum Hofe ist bewacht. —
Das Schlimmste aber sind die Kleider! Kann ich halbnackt auf die Straße gehen?
Es ist ein raffiniert einfaches Mittel, uns unsere Straßenkleider wegzuschließen, um uns an der Flucht zu hindern. —
Heute erzählte mir die Bronja aus ihrem Leben. Bronja, so heißt die schwarze Katze. —
Sie ist verheiratet gewesen und hat sogar ein Kind, ein kleines Mädchen. Es lebt noch, bei ihren Eltern in Posen. Ihr Mann hat Gelder bei irgendeiner Kasse unterschlagen, und als es entdeckt wurde, haben sie ihn eingesperrt. Als er dann wieder freigekommen ist, sind die beiden nach Amerika gegangen, da der Mann nirgends wieder eine Stelle bekam. Bronja ging mit ihm. Sie hat ihn sehr geliebt! Das Kind sollte bei den Eltern bleiben, bis die beiden hier festen Fuß gefaßt hatten. —
Aber hier in Amerika ist es für solche verkrachten Existenzen auch schwer. Die beiden mußten sich trennen. Bronja nahm eine Stelle als Empfangsdame bei einem Arzte an, und ihr Mann ließ sich vorläufig von ihr ernähren.
Schließlich fand er eine Stelle in einer deutschen Wirtschaft als Kellner. Doch dann fing er das Trinken an und sank immer tiefer. Als er die Stelle verloren, trieb er sich überall herum, war bald da, bald dort an der Ostseite. Und jetzt sitzt er wegen Einbruchdiebstahls im Gefängnis. —
Bronja lernte in ihrer Stellung einen reichen Herrn kennen und wurde dessen Freundin – ein Wunder ist es ja nicht, denn sie ist eine Schönheit in ihrer Art.