In meinem Haß gegen den alten dicken Kerl habe ich nicht daran gedacht, daß noch Widerlichere kommen könnten.

Jetzt muß ich jeden nehmen, der mich begehrt, und wenn es in einem Abend ein Dutzend sind.

Bronja gibt mir gute Ratschläge. Gut essen und trinken. Geld sparen und Englisch lernen.

Geld sparen – bis jetzt habe ich noch keinen Cent zu sehen bekommen. Ich brauche nichts – sagt Madame. Sie will es für mich sparen. – Die ist immer noch nicht mit mir zufrieden. Ich trinke nicht genug und animiere nicht genug zum Trinken. —

Obgleich es ja wirklich das beste ist, man kommt aus dem Alkoholdusel gar nicht heraus.

Das Schlimme ist: ich gefalle –, alle wollen mich haben. Ich möchte nur wissen, was sie an mir finden.

Einige von den Mädchen sind schon neidisch. Die dummen Gänse, als ob ich etwas dazu könnte! Ich wäre zufrieden, wenn keiner zu mir käme. Nur Bronja hält treu zu mir. Als ich ihr gestern meine Not klagte, lachte sie mich aus.

»Du bist ein kleines Schaf,« sagte sie. »Deine hoheitsvolle, unnahbare Miene und deine großartige Figur reizen die Männer. Freue dich! Denn, wenn eine keinen Anklang findet, ist es erst recht schlimm. Die schaffen sie dann fort in ein anderes Loch. Frei kommt sie deshalb doch nicht. Erst muß sie ausgenutzt sein. Die ganze Bande hier im Land steckt unter einer Decke. Die Mädchenhändler, die Wirte und, nicht zu vergessen, die wohllöbliche Polizei. Ich bin überzeugt, der Policemann, der hier an der Ecke patrouilliert, verdient mehr als ein Bankdirektor.

Er hört nichts, er sieht nichts, kurz und gut, er versteht sein Geschäft. Deshalb würde es dir auch nichts helfen, wenn du wirklich fortlaufen könntest. Keine Viertelstunde wärst du draußen. Unter dem Vorwand, dich zu beschützen und Erkundigungen einzuziehen, liefert er dich wieder dahin ab, woher du gekommen. Ich weiß ja, wie's gemacht wird. Die ganze Bande ist organisiert. Es ist die reine Aktiengesellschaft.« — — — — —