Welch seltsame Verirrungen doch das Tier im Menschen haben kann! – Es ist hier im Hause eine Wienerin, Kathinka heißt sie. Ein Monstrum von einer Frau. Sonst ist sie gar nicht außergewöhnlich groß und dick, aber einen Busen hat sie – unbeschreiblich!

Und ist es zu glauben, daß dieses Mädchen, das weder schön ist noch sonst besondere Anziehungskraft besitzt, nur wegen ihres abnormen Busens eine Art Zugnummer dieses gesegneten Hauses ist?

Sie selbst ist dabei kreuzfidel und spart sich Geld.

»Es gibt halt Mannsleut', die gern auf'm Fettpolster liegen, wann's viel getrunken haben,« sagt sie lachend. — — —

Wenn ich doch auch erst etwas gleichgültiger werden könnte. – Aber nein – ich will es gar nicht werden. Ich will nicht jeden moralischen Halt verlieren. Ich muß hier wieder fort oder sterben. – Ich darf gar nicht denken – nicht nach Hause an die alten Leute, dann schäme ich mich furchtbar, obgleich ich schuldlos an meiner Schande bin.

Ich habe nun schon wiederholt versucht, einen meiner Käufer für meine Lage zu interessieren. Keiner glaubt mir. Sie lachen und sagen: Das sagt jede. — — —


Den 22.

Wie soll ich es ertragen!

Gestern abend war es wieder einmal recht voll, aber es wurde der Alten nicht genug verzehrt. Hauptsächlich Mixed-drinks sollen viel verkauft werden, denn daran wird verdient.