An mir ließ sie ihre Wut wieder aus, weil an meinem Tisch am wenigsten verzehrt worden war. Ich war bis elf Uhr schon viermal oben im Zimmer gewesen und hatte keine Lust mehr. —
Sie hat mich nun beobachtet. Und behauptet, ich sei viel zu unfreundlich. Kurz und gut, sie hat mir gedroht, wenn ich mich nicht bessere, käme ich nächste Woche ins Hafenviertel, an den Eastriver, da haben sie auch noch ein Haus.
Bronja kennt es. Es sei fürchterlich dort. Heizer und Kohlenzieher, betrunkene Seeleute aus aller Herren Länder. Kein weißbezogenes Bett, schmutzige Schlafsofas und dazu an manchem Tage zwanzig Besucher. Krankheiten unausbleiblich. Kontrolle gibt's nicht. —
Übrigens gibt es die auch hier nicht, denn ich habe noch nie einen Arzt gesehen. —
Aber das tue ich nicht, nein, das nicht! Dann wird sich schon ein Weg finden, wie ich ein Ende machen kann. —
Ich bete zu Gott, aber ich glaube, es gibt gar keinen mehr.
Wenn es wirklich einen allmächtigen Gott im Himmel gäbe, dann könnte er nicht zugeben, daß so furchtbare Dinge auf seiner Erde geschähen.
Bronja tröstet mich.
»Sei nur nicht bange, du kommst hier nicht fort, sie will dich nur erschrecken. Aber du solltest wirklich ein klein wenig mehr trinken. Es ist besser. Du brauchst deshalb immer noch nicht zu saufen. Du kommst aber viel besser über alles fort.«
Ich will es tun, ja, ich will es tun. Später, wenn ich wieder frei bin, werde ich desto enthaltsamer sein.