Den 4. August.
Gestern war ich wieder im Salon. Ich bin wieder gesund, nun kann die Tierquälerei von neuem beginnen.
Tierquälerei! – Ich sage das so leichtsinnig – ein Tier würde sich nicht gefallen lassen, was ich mir gefallen lassen muß. Und was das beste ist, sein Artgenosse würde es auch nicht in dieser Weise mißbrauchen.
Die Tiere sind klüger und besser als die Menschen.
Ich komme auf ganz, ganz dumme Gedanken.
Früher habe ich zu wenig nachgedacht und jetzt denke ich zuviel. Wäre ich früher mehr zum Nachdenken gezwungen gewesen, so brauchte ich jetzt meine Gedanken nicht auf diese Weise spazieren zu führen. — —
Von dem Doktor habe ich noch nichts gehört, aber eine andere interessante Bekanntschaft habe ich gemacht. Ein junger Landsmann war da, ein lieber Mensch. Er gefiel mir gleich, als er kam, und weil ich gerade allein saß, ging ich sofort zu ihm. Er bestellte eine Flasche Rüdesheimer. »Aber echten,« rief er mir noch zu.
Wir kamen ins Gespräch und plötzlich entdeckten wir, daß wir Landsleute waren. Gar nicht weit voneinander zu Hause.
In meiner Freude und Aufregung vergaß ich ganz, daß ich ja nie jemand hatte sagen wollen, wer ich war.