IV.
Sonnenaufgang.

Auf See, den 2. November.

Seit fünf Tagen habe ich dich nicht geöffnet, mein kleiner Tröster in der Not.

Jetzt will ich dir aber auch sehr vieles, sehr Schönes und sehr Wichtiges erzählen. —

Ich bin auf der Fahrt nach Deutschland.

Das sagt eigentlich alles. Trotzdem will ich ausführlich erzählen, wie alles zugegangen ist; ist es mir doch selbst noch wie ein Märchen.

Als Werner kam, hielt er sich nicht lange unten auf, sondern ging gleich mit mir hinauf. Die Flasche Wein, die er hatte bringen lassen, blieb fast unberührt stehen. Er rief dem Charly zu, er solle alles so stehen lassen, er käme gleich wieder.

Oben teilte er mir hastig seinen Plan mit. Ich mußte rasch zu mir stecken, was ich gerne mitnehmen wollte.

Es war wenig genug. Dich, mein kleines Buch, steckte Werner in die Brusttasche, dann saßen wir atemlos und warteten.

Das Schlimmste war, daß ich keine Kleider hatte. Ich mußte in dem dünnen, spitzenübersäten Kunstwerk, das meinen Körper mehr preisgab als verhüllte, auf die Straße.