Das war der Grund des Aufruhrs, der in den Straßen tobte, man hörte es von den Leuten, die sich wie toll gebärdeten.
„In zwei Monaten ist alles vorbei,“ schrieen die Leute. „Acht Wochen soll es ja noch dauern, dann ist es mit der Erde aus, dann müssen alle sterben. Aber so lange wollen wir noch das Leben genießen. Jetzt hat es ja keinen Zweck mehr, daß man Reichtümer aufstapelt. Alle Schatzkammern müssen geöffnet werden. Es gibt keine Gesetze mehr. Wir wollen leben und genießen, so lange das irdische Dasein noch dauert. Jedes Gesetz muß aufgehoben werden, jeder soll machen, was er will und keiner darf mehr sein wie der andere.“
Wieder drängten die Massen gegen das mächtige Residenzschloß vor, welches, von dem großartigen Park umgeben, einer Insel in tobender Meeresbrandung glich.
Und so wie hier war es meist auf der ganzen Erde. Allenthalben kamen Berichte von Volkstumulten, von Aufständen, von Anzeichen des drohenden Anarchismus, ein Drüber und Drunter, welches schrecklicher als die bevorstehende Vernichtung der Erde durch den Feuerstern zu werden drohte.
Oben in den prunkvollen Zimmern des Residenzschlosses stand der Herrscher. Um ihn standen eine Anzahl Männer, die Minister, die Mitglieder der Regierung. Die meisten zeigten ratlose, geängstigte Gesichter.
Nur der Herrscher, eine hohe, gebietende Gestalt, bewahrte die Fassung.
Er brauchte nicht zu fragen, er brauchte nicht die Berichte der Militärgewalt zu vernehmen. Das dumpfe Brausen und Toben, welches durch die verhangenen Fenster drang, sagte genug und lüftete man die schweren Vorhänge, so sah man den Feuerschein brennender Häuser.
Soeben war ein Ministerrat abgehalten worden.
Hundert Vorschläge wurden gemacht, aber alle als unausführbar befunden. Sie scheiterten an der Wut der Volksmassen, die alles zu vernichten drohten.
Die Minister und die sonstigen Spitzen der Regierung hatten schon seit Tagen und Nächten keine Ruhe gefunden. Eine Beratung war der anderen gefolgt, jetzt waren die Herren mit ihrer Weisheit zu Ende.