Vielleicht kam es dann von neuem zum Aufruhr, zur entfesselten Wut der Volksmassen, die sich kurz vor ihrem Tode noch einmal aller Lebenslust überlassen wollten.

Aber im großen Residenzschlosse war es noch etwas anderes, was die Gemüter beunruhigte.

Die junge Prinzessin, welche einst der dämonische Baron begehrt, dieser Gelehrte, der seine Wissenschaft so übel benutzte, sie war es, welche von Zeit zu Zeit beunruhigende Beobachtungen machte.

Es schien, als ob eine unsichtbare, geheimnisvolle Gewalt es auf sie abgesehen, und auch die Dienerschaft im Schlosse hatte Sonderbares bemerkt. Ein paar Lakaien wollten sogar eine schattenhafte Gestalt in dem ältesten Teile des Schlosses gesehen haben.

Natürlich wurde nachgesucht, aber nichts gefunden. Man hielt es für eine Täuschung, manche meinten auch, es sei Gespensterspuk gewesen.

Von dem verschollenen Baron hatte man noch immer keine Nachricht, aber der Herrscher ahnte, daß dieser Mann nicht weit entfernt sei. Er kannte seine Rachsucht, seine Eitelkeit, er mußte von diesem Manne das Schlimmste erwarten.

Möglicherweise hetzte er die Volksmassen noch immer auf, zumal ihm große Mittel zur Verfügung standen. Oefter hörte man des Nachts Tumulte und dann mußten die Soldaten Zusammenrottungen auseinander sprengen.

„Ich wünschte, es wäre erst alles zu Ende,“ sprach der Herrscher zu dem Prinzen, der ihm seinerzeit den Luftpiraten zugeführt. „Wenn der Untergang der Welt unvermeidlich ist, so wünschte ich, er wäre schon da, damit meine Augen nicht vorher alle Greuel entfesselter Leidenschaften sehen müßten.“

Aber der Prinz hatte auf alle diese Reden nur immer die eine Antwort:

„Er wird kommen,“ sprach er. „Ich weiß es. Kapitän Mors hat gesagt, daß er Botschaft bringen will. Und er hält sein Wort. Ich kenne diesen Mann besser als viele andere. Er kommt, es kann jeden Tag von ihm Botschaft eintreffen.“