Fragend blickte er auf, was von dem allem zu halten wäre. Seine Mutter nickte ihm ermutigend zu. Er war oft genug von ihr belehrt worden und verstand sie — bis zu einer gewissen Stelle: dort nicht mehr. Dort wurde sie rätselhaft und er schwach. Vielleicht würde er sie erraten haben: den ersten, entscheidenden Punkt ihres Planes — hätte nicht etwas ihn aufgehalten, ein Widerstand seines Denkens. ‹In dem Keller heute morgen›, so erkannte Karl, ‹haben sie das Ruchloseste erst beschlossen. Ich war nicht dabei und bekomm’s nicht heraus. Es macht mir kalt und eng im Magen; wer hilft mir?›

Kaum gedacht, trat seine Schwester vor und griff ein.

«Ich verbiete, daß ein Mord geschieht», sagte sie mit vollem Klang.

Madame Catherine behielt einige Zeit den Mund offen. Was war dem Kind? «Du? Verbietest?» fragte Madame Catherine, jedes einzeln. Auch Karl ließ erstaunt ein Wort heraus. «Du?»

«Ich!» bestätigte Margot unbeirrt. «Und durch mich ein anderer.» Das war Gott, das Marmorbild mit roten Lippen.

‹Navarra droht!› so dachte Madame Catherine. ‹Um so schneller muß ich handeln.›

«Wer könnte dem König von Frankreich etwas zu verbieten haben», sagte sie höchst befremdet.

Die Prinzessin antwortete nicht, sie zeigte ein verwöhntes Gesicht.

Karl fragte: «Auch ich möchte wissen, wer hier befiehlt?» Es war eine falsche Frage, entgegen seinem eigenen Nutzen, aber seine Neugier wog vor. Meinte doch auch seine Mutter noch immer, sie habe nicht recht gehört. ‹Das artige Mädchen! Hockt mit Büchern oder liegt bei Jungen. Allerdings schon wegen des Guise hatten wir Schwierigkeiten. Braucht sie am Ende wieder eine Tracht?›

«Wenn du dich nicht erklärst» — Madame Catherine blieb vorerst noch nachsichtig, «wie soll man dich verstehn.»