Daher machte sein munterer Blick die Runde durch den Saal, und was fand er? Oh! Er sah schärfer als sein Vater, außerdem liebte er mehr. Daher stürmte er dorthin, wo Jeanne lag oder kauerte.
«Mama! Mama!» rief er und dachte, noch laufend: ‹Also doch! Sie hat ihr etwas getan.›
«Was hat die böse Madame Catherine dir getan?» fragte er leise und dringend, während er seine Mutter küßte.
«Nichts. Mir war nur schlecht geworden. Jetzt stehen wir beide auf und sind ganz besonders artig.» Dann tat sie auch gleich, was sie beschlossen hatte.
Jeanne kam herbei, den Arm um ihren kleinen Sohn, sie lächelte ihrem Gatten entgegen und sagte: «Hier ist unser Sohn» — ließ Henri aber nicht aus ihrem Arm.
«Ich habe ihn dir mitgebracht, damit du ihn einmal wiedersiehst, mein lieber Mann, denn du kommst selten nach Haus. Besonders will ich ihn auch der Königin von Frankreich vorstellen als ihren kleinen Soldaten, der ihr ebenso dienen soll wie sein Vater.»
«Das ist recht», erwiderte Katharina gutmütig. «Wenn es aber nach mir geht, leben wir im ganzen Königreich friedlich wie eine Familie.»
«Dann müßte ich wohl meinen Acker bebauen?» fragte der Kriegsmann Antoine, wenig befriedigt.
«Sie sollten sich mehr um Ihre Frau kümmern. Sie liebt Sie und erleidet Schwächeanfälle, weil Sie ihr fehlen. Ich kann ihr zwar ein kleines Mittel eingeben.»
Jeanne erschauerte; sie wußte genug von den kleinen Mitteln dieser Giftmischerin! «Oh! das ist nicht nötig», versicherte sie schnell.