«Kann man so reden!»
«Sie hat es heraus!» rief Karl erleuchtet. «Meine dicke Margot ist klug und weiß alles. Der Herr Admiral soll aber am Leben bleiben. Ich befehl es. Er ist mein Vater.»
«Kann man so reden!» wiederholte die Alte, verließ den beschwerlich nachhinkenden Sohn und hielt sich an die ungleich schnellere Tochter.
«Bedenke selbst, ob irgend jemand hier noch gebieten könnte — dem Haß der Parteien, der Leidenschaft der Menschen, einander zu töten.»
«Nicht den König, meinen Mann!»
«Ich könnte es so wenig wie du. Sie wollen Blut haben. Niemand weiß im voraus, womit es anfängt.»
«Du weißt es.»
«Du weißt es!» brüllte Karl.
Die Alte war zusammengezuckt; jetzt wurde sie traurig, edel traurig, kein ungeordnetes Gewinsel, die Haltung derer, die schwer trägt an vielem, das verantwortet werden muß.
«Hinter meiner Stirn», begann sie und bohrte den Zeigefinger in ihre Schläfe, «steht aufgerichtet Haus Valois. Nicht hinter eurer. Ihr seid jung und folgt euren Begierden. Ich halte allein mit meinem Gehirn die große Last, sonst fiele sie, ihr alle und das Haus.»