«Sire!» riet d’Armagnac. «Liegen Sie nicht zu viel auf dem Bett! Tanzen Sie, und vor allem zeigen Sie sich! Wer sich abschließt, erweckt Mißtrauen, und davon trifft Sie schon genug.»

Henri erwiderte: «Mit mir ist es aus.»

«Es hat für Sie noch nicht einmal angefangen», verbesserte der Erste Kammerdiener.

«Man kann nicht tiefer sinken», klagte der Unglückliche. «Ich habe die unterste Stufe erreicht — und die ist die sicherste», setzte er merkwürdigerweise hinzu. Sein d’Armagnac fand die Rede unzusammenhängend. Henri fragte ihn tatsächlich: «War ich denn geistesgestört? — Warum», fragte er weiter, «habe ich das alles getan? Ich wußte doch, wie es ausgehen muß.»

«Vorher weiß es niemand», wandte d’Armagnac ein. «Der Zufall entscheidet.»

Henri sagte: «Es sollte aber entscheiden mein Verstand, und wo hatte ich ihn? Unsere Umtriebe verwirren uns den Geist, je tiefer wir uns in sie einlassen. Das kommt, weil andere mit drin sind, und die sind ungewiß. Sogar ich selbst werde davon ungewiß. Glaube mir, d’Armagnac, die meisten Handlungen geschehen mit dem Kopf nach unten.»

Sehr verwundert bemerkte d’Armagnac: «Das ist nicht Ihre Sprache, Sire.»

«Ich habe es von meinem Edelmann, den ich kannte vor La Rochelle. Seine Worte hatten mich zuinnerst getroffen, und das Unbegreifliche ist grade: kaum gehört, vergaß ich sie und stürzte mich in Handlungen, die das Bewußtsein trüben.»

«Denken Sie nicht mehr daran», riet der Erste Kammerdiener.

«Im Gegenteil, ich will es nie vergessen.» Henri verließ das Bett, er stand und sprach gradeaus: «Keine gleichen Befehlshaber neben mir! Künftig werde ich selbst mein eigener General sein.»