Dich in die sichere Truhe.»

Moralité

Le malheur peut apporter une chance inespérée d’apprendre la vie. Un prince si bien né ne semblait pas de-stiné à être comblé par l’adversité. Intrépide, dédaignant les avertissements, il est tombé dans la misère comme dans un traquenard. Impossible de s’en tirer: alors il va profiter de sa nouvelle Situation. Désormais la vie lui offre d’autres aspects cue les seuls aspects accessibles aux heureux de ce monde. Les leçons qu’elle lui octroie sont sévères, mais combien plus émouvantes aussi que tout ce qui l’occupait du temps de sa joyeuse ignorance. Il apprend à craindre et à dissimuler. Cela peut toujours servir, comme, d’autre part, on ne perd jamais rien à essuyer des humiliations, et à ressentir la haine, et à voir l’amour se mourir à force d’être maltraite. Avec du talent, on approfondit tout cela jusqu’à en faire des connaissances morales bien acquises. Un peu plus, ce sera le chemin du doute; et d’avoir pratiqué la condition des opprimés un jeune seigneur qui, autrefois, ne doutait de rien, se trouvera changé en un homme averti, sceptique, indulgent autant par bonté que par mépris et qui saura se juger tout en agissant.

Ayant beaucoup remué sans rime ni raison il n’agira plus, à l’avenir, qu’à bon escient et en se mefiant des impulsions trop promptes. Si alors on peut dire de lui que, par son intelligence, il est au dessus de ses passions ce sera grâce à cette ancienne captivité où il les avait pénétrées. C’est vrai qu’il fallait être merveilleusement équilibré pour ne pas déchoir pendant cette longue épreuve. Seule une nature tempérée et moyenne pouvait impunément s’adonner aux mceurs relâchées de cette cour. Seule aussi elle pouvait se risquer au fond d’une pensée tourmentée tout en restant apte à reprendre cette sérénite d’âme dans laquelle s’accomplissent les grandes actions généreuses, et même les simples realisations commandees par le bon sens.[7]

Die Blässe des Gedankens

Ein unerwartetes Bündnis

Was war es mit Margot? Plötzlich erklärte sie sich bereit, beiden, dem König von Navarra und ihrem Bruder d’Alençon, zur Flucht zu verhelfen. Einer von ihnen sollte als Frau verkleidet neben ihr in der Kutsche sitzen, wenn sie aus dem Louvre fuhr. Sie hatte das Recht, eine Begleiterin mitzunehmen, und diese durfte eine Maske tragen. Da die Flüchtlinge aber zwei waren und keiner weichen wollte, unterblieb der Plan, wie andere mehr. Übrigens hatte Henri nie an ihn geglaubt, zu viele waren mißlungen. Er fand Margot in ihrem Eifer reizend und sagte daher nicht nein. Sie bereute beim Anblick seines großen Unglücks, daß sie selbst ihn eines Tages ihrer Mutter verraten hatte. Das rührte ihn, obwohl er auch ihren persönlichen Beweggrund durchschaute. Sie wollte sich rächen an Madame Catherine für den Tod ihres La Mole.

Sogar während der feierlichen Beisetzung Karls des Neunten, vierzig Tage nach seinem Tode, hatte Henri nichts anderes im Kopf, als durchzubrennen, und dann noch einmal, als eine Barke ihn vom Louvre abholen und über den Fluß bringen wollte. Damals versetzte das Mißlingen ihn in helle Wut, er stieß die unklugsten Drohungen aus — womit dann aber alles aus war. Fortan konnten sie ihm mit den verlockendsten Erfindungen kommen. Ein beruhigter Navarra antwortete ihnen. Keine Spur mehr von frischen Entschlüssen. Beredet man aber die Dinge zu lange, wird alles zweifelhaft, und zwar sowohl in Hinsicht der Ausführbarkeit wie der Wünschbarkeit. Dies gilt nicht nur für Fluchtpläne, sondern für sämtliche Gegenstände des Lebens. Navarra besprach sich viel und mit allen. Nachts hatte er dafür die Frauen, bei Tag die Männer. Jeder konnte glauben, er würde von Navarra unterhalten oder gefoppt oder ehrerbietig angehört. Bei den einen galt er für den lustigsten Herrn des Hofes, andere suchten in ihm erhabene Gefühle, indes er sie an der Nase führte. Sogar seine seltenen Aufrichtigkeiten waren bestimmt, weitererzählt zu werden und ihm Vorteil zu bringen. Wo er nur konnte, äußerte er Bewunderung für Madame Catherine. Wenn man ihn hörte, war die Bartholomäusnacht ein Meisterstück. Zweifelhaft erschien nur, wo das Genie der Königin größer hervortrat: ob darin, daß Jeanne und Coligny sterben mußten, oder vielmehr darin, daß Henri leben durfte. «Bei zunehmender Einsicht», sagte er, «wird mir auch das noch klarwerden. Bis jetzt weiß ich zwar nicht, warum ich lebe. Meine Mutter aber und der Admiral sind für wohlerwogene Zwecke geopfert worden. Ein Narr würde Rache brüten. Ich bin nur jung und lernbegierig.»

Dies erfuhr die Alte, und mochte sie es ihm höchstens zur Hälfte glauben, gerade seine Unzuverlässigkeit gewann ihm ihr Herz. Er wieder wurde von ihr angezogen, gerade weil sie ihn in ihrer Gewalt hatte. Beide spannten und unterhielten einander, wie nur die Gefahr. Einige Male ließ sie es zwischen ihnen zu den sonderbarsten Vertraulichkeiten kommen. Eines Abends gestand sie ihm ausdrücklich, daß er bei weitem nicht ihr einziger Gefangener wäre. Frei war nicht einmal der König, ihr Lieblingssohn. Sie hielt ihn durch Zaubertränke — sagte sie und zwinkerte.

König Henri, dritter dieses Namens, war aus Polen hergereist unter Verkleidungen. In Deutschland hätten sie ihn fangen können. Das war nicht geschehen, hier aber in seinem eigenen Schloß Louvre war er der Gefangene seiner Mutter und ihrer Italiener, die sich aufgeschwungen hatten sowohl zum Kanzler wie zum Marschall. Nur Fremde — auch dies gestand sie ihrem Freunde Navarra, während der nächtliche Wind des dreißigsten Januar an den Scheiben klirrte — nur Fremde sollen eine Nation führen. Der ausländische Abenteurer fürchtet niemals, ihr Blut zu vergießen. Soll sie verrecken, wenn er sie nicht führen kann. Das ist aber das Gesetz, das über sie verhängt ist, sonst werden Nationen leichtsinnig infolge von Wohlfahrt. Besonders die Franzosen verfassen gern Spottschriften. Besser, den Leuten schaudert es, als daß sie lachen! «Das ist wahr, Madame!» rief Henri begeistert. «Und ich frage mich nur, wie Sie denn alle Ihre zugewanderten Landsleute mit Grundbesitz belohnen wollten, gäbe es nicht das gute Mittel, daß Sie die französischen Eigentümer im Gefängnis erdrosseln lassen.»