Madame Catherine kniff ein Auge zu, womit sie die Richtigkeit bestätigte.

«Einer der Erdrosselten, dessen Güter Sie einzogen, war sogar der Sekretär Ihres Sohnes, des Königs, gewesen.»

«Sag es ihm nur! Noch hat niemand den Mut gehabt.» So sprach die alte Königin, denn auf der Höhe der Vertraulichkeit duzte sie den Zaunkönig. Sie gab ihm einen Schlag auf den Schenkel und wendete einen neuen Ton an, er klang neckisch und dabei geheim.

«Zaunkönig», sagte sie. «Du bist der Rechte. Ich habe dich lange beobachtet und mich überzeugt, daß dir etwas Verrat nichts ausmacht. Den Menschen haften Vorurteile an. Was ist der Verrat? Die Geschicklichkeit, mit den Ereignissen zu gehen. Das tust du, und daran liegt es, daß deine Protestanten dich verachten, und zwar im Lande draußen wie auch in den Mauern des Louvre, so viele hier übrig sind.»

Henri erschrak hierbei. ‹Wie erst müssen der Herr Admiral und meine liebe Mutter von mir denken, da ich diese Alte anhöre, anstatt sie zu erdrosseln. Aber das soll noch kommen. Meine Rache wird langsam vorbereitet und soll um so gründlicher sein.›

Auf seinem Gesicht indessen war nicht dies zu erkennen, er zeigte Willigkeit und ein harmloses Einverständnis. «Es ist wahr, Madame, daß ich es mit meinen alten Freunden ganz verdorben habe. Daher werde ich Ihnen, Madame, um so eher gefällig sein wollen.»

«Besonders, mein Kleiner, wenn du dafür die Erlaubnis bekommst, dich etwas zu bewegen. Du spielst jetzt gern Ball mit dem Guise, und das ist klug von dir, in Anbetracht dessen, daß er den toten Coligny ins Gesicht getreten hat. Du sollst aber mit ihm auch den Louvre verlassen, sooft er ausgeht.»

«Er geht viel aus. Besonders reitet er aus.»

«Du sollst mit ihm gehen und reiten, damit ich immer erfahre, wo er war. Willst du das für mich tun?»

«Ich darf aus dem Louvre? Alle Tage? Durch das Tor? Über die Brücke? Was befehlen Sie, Madame, es soll geschehen!»