«In Abwesenheit des Königs von Navarra», sprach Mornay laut nach.

«In meiner Abwesenheit», wiederholte Henri und schüttelte einen Schauder ab. «Nicht noch einmal!» beteuerte er. «Zwölf Pferde ziehen mich nicht nach Paris.»

«Sie werden es wieder betreten als König von Frankreich», versicherte Mornay — mit einer Handbewegung, kein Höfling hätte sie vollendeter abgerundet. Henri zuckte die Schultern.

«Guise ist zu stark mit seiner Liga. Ich will mich Ihnen anvertrauen: er ist sogar dem König von Spanien schon zu stark, so daß Don Philipp, als Sicherheit gegen Guise, mir versteckte Angebote machen läßt. Er will meine Schwester Kathrin heiraten, nicht mehr und nicht weniger. Ich selbst soll eine Infantin bekommen. Von der Königin von Navarra läßt er mich einfach scheiden — in Rom, wo es für ihn kein Hindernis gibt.» — Mornay sah ihn an, mit dem Blick der Gewissenserforschung.

«Was bleibt mir übrig», äußerte Henri gedrückt. «Ich werde annehmen müssen. Oder wissen Sie einen Ausweg?»

«Ich weiß den», entschied Mornay, streng aufgerichtet, «daß Sie niemals vergessen, wer Sie sind: ein französischer Fürst und Verteidiger der Religion.»

«Dann sollte ich das schöne Angebot des mächtigsten Herrschers einfach zurückweisen?»

«Nicht einfach zurückweisen sollen Sie es, sondern es weitermelden an den König von Frankreich.»

«Gerade das hab ich getan!» rief Henri, lachte und sprang auf. Das Gesicht des Hugenotten verklärte sich; einen Augenblick später lagen sie einander an der Brust.

«Mornay! Du bist der alte geblieben. Einst in dem berittenen Haufen! Du liebtest das Äußerste und den Aufruhr, du hieltest Reden vom Moder und Grand im Purpur der Könige. Unbesonnen warst du selbst damals nicht und sagtest dem Glück nicht nein, als du fortkommen konntest aus der Bartholomäusnacht.»