«Ach was, fang an.»

Der König hatte mit den Augen die Wände abgesucht, ob eines der Büchergestelle in den Angeln bewegt werden konnte. Da er die geheime Tür, die er fürchtete, nicht fand, rückte er sich eigenhändig einen Sessel genau in die Mitte. Niemand wäre schnell genug herzugesprungen: er hatte manche Bewegungen eines Knaben.

«Sire, sollten nicht vielmehr Sie etwas von mir erwarten?» fragte Henri. «Ich werde alles gern besprechen mit meinen Freunden.»

«Das ist oft besprochen. Nur Sie haben sich zu entscheiden», erklärte der König, auf einmal förmlich, feierlich sogar. Henri wußte längst, was gemeint war: sein Übertritt zur katholischen Kirche. Er ging diesmal darüber hin, vielmehr erhitzte er sich künstlich, um heftig zu klagen gegen seinen Stellvertreter in der Guyenne. Ihm zufolge war Marschall Matignon nicht besser als früher Biron. Henri zog sogar den König selbst hinein. «Sie, der an mir wie ein Vater handeln sollten, führen Krieg gegen mich wie ein Wolf.» Der König hielt ihm vor, daß er nicht gehorchte. Henri entgegnete: «Meinetwegen können Sie ruhig schlafen. Dank Ihren Verfolgungen aber komm ich seit achtzehn Monaten nicht in mein Bett.»

«Was haben Sie durch Ihre Diplomaten nach England berichten lassen?» fragte der König: da mußte Henri wegsehen. Auf ihn würfen alle guten Franzosen die Augen, so hatte sein Mornay allerdings geschrieben; denn unter der gegenwärtigen Regierung fühlten sie sich übel, und von dem Herzog d’Anjou erwarteten sie künftig nichts, er hat schon Proben abgelegt. Ja, und jetzt ist er tot und war der letzte Bruder des armen Königs.

«Ich bitte Eure Majestät um Verzeihung», sagte Henri und begann nochmals das Knie zu senken. Da er aber nicht aufgehalten wurde, ließ er es von selbst. Der König glaubte streng bleiben zu dürfen nach dem erlangten Vorteil.

«Wollen Sie wirklich fortfahren, Ursache alles Elends zu sein, und das Königreich ins Verderben stürzen?»

«Hier, wo ich befehle, ist nichts verdorben», erwiderte Henri einfach. Der König kam zurück auf die Hauptsache.

«Sie kennen meine Bedingung und Ihre Pflicht. Fürchten Sie meinen Zorn nicht?»

Der Übertritt, nur der Übertritt: Henri verstand den König aufs Wort. Sonst mochte es drunter und drüber gehen im Königreich, wenn der Erbe der Krone nur katholisch wurde.