«Was hatte sie aus mir gemacht!» raunte Vetter Valois. «Ich verachtete sie dafür sehr.»

Hier hielten sie beide an, weil sie gewahr wurden, daß sie von Madame Catherine wie von einer Toten sprachen. Indessen ging das Unheil, das diese falsche Lebende aufgerichtet hatte, mit eigenen Füßen weiter. Die Vettern stießen wieder auf die Tatsache, daß sie Gegner waren und in feindlicher Weise beraten wurden. Gleich nach ihrem einträchtigen Geflüster warfen sie es einander vor.

«Ich will nichts weiter als deinen Übertritt, Navarra, damit ich dich zum Erben der Krone erklären kann.»

«Ich meinerseits böte dir ein Bündnis an, wenn ich nur wüßte, daß du fest bleibst, Henri Valois.»

«Du aber, woher nimmst du deine große Festigkeit, Henri Navarra? Nicht aus deinem Glauben: woher dann, das will ich wissen.» So drängte Valois, aus großer Besorgnis, wie in aller Welt es zu machen wäre, daß man widerstand und einen geraden Weg ging.

«Sire!» begann Henri und änderte den Ton. «Ich will dafür eintreten, daß der geschuldete Gehorsam Ihnen erwiesen wird; will herfahren über alle, die sich gegen Sie verschwören, und was ich bin und habe, soll dienen, zu tun nach Ihrem Befehl. Nichts liegt mir so sehr am Herzen wie die Erhaltung der Krone. Nach Ihnen, Sire, steh ich ihr am nächsten.»

So spricht nur die Wahrheit. Als Henri sich auf das Knie ließ, wurde er weder aufgehalten noch tat er es zum bloßen Schein. Er kam empor, als der König sich erhob. Er fühlte voraus, daß jetzt das große Wort würde gesprochen werden: das mußte er stehend anhören. Der König sprach wie für eine Versammlung:

«Heut erkenne ich den König von Navarra an als meinen alleinigen, einzigen Erben.»

Hiermit zu Ende, griff er sich an das Herz und wich um einen Schritt, beinahe war es Taumeln. Er hatte zu seinem Nachfolger über dieses katholische Königreich einen Protestanten ernannt. Er hatte den Haß der Liga gegen seine Person herausgefordert bis zum Mord. Er hatte die tapferste Handlung seines Lebens getan.

Der König richtete dann das Wort an den Bürgermeister von Bordeaux, um ihm anzuempfehlen, er sollte das Gehörte wohl aufbewahren für den Fall, daß ihm selbst ein Unglück zustieße, bevor er seinen Entschluß wiederholen konnte zu seinem Hof und seinem Parlament.