«Ich verhandle mit seiner Mutter, damit sie ihn mir schickt und ich ihn erst einmal in meine Gewalt bekomme.»
«Der ist ein Ketzer! Meine Schwester und ein Ketzer, diese Verbindung war doch niemals ernst gemeint!»
«Und wenn dein Bruder d’Anjou die Königin von England heiraten würde? Auch Elisabeth ist eine Ketzerin, und dabei eine große Königin, von eigenen Gnaden.»
«Sie bringt ihre Katholiken um», sagte Karl, mehr scheu als empört. Seine Mutter war ihm zu klug. Nicht einmal durch die Religion ließ ihr erfinderischer Geist sich aufhalten. Aber bei ihren ungeheuersten Worten blieb sie die Gelassenheit selbst.
«Die englischen Katholiken mögen sich allein helfen — und übrigens auch die französischen», setzte sie hinzu.
Karl sah zu Boden und knurrte, mehr wagte er nicht. «Der König von Spanien ist auch noch da», knurrte er.
«Meine Tochter, die Königin von Spanien, ist tot», erklärte Katharina ohne alle Trauer. «Seitdem habe ich von Don Philipp nur noch zu fürchten, daß er meine Verlegenheiten ausnützt. Ich brauche daher meine Protestanten.» In ihrem Kopf sagte sie noch: ‹Wenn ich sie aber nicht mehr nötig habe, werde ich genauso mit ihnen verfahren wie die Königin von England mit ihren Katholiken.›
Wozu hätte sie das ihrem unbegabten Sohn verraten sollen? Jetzt kam sie zu dem, was sie von ihm erwartete.
«Deine Schwester muß endlich zur Vernunft gebracht werden.»
«Das ist wahr! Das mit dem Guise —»