«Der dir die Krone wegnehmen wird», ergänzte sie schnell. Da brüllte er:

«Her mit meiner Schwester! Ich will sie lehren, mich zu entthronen!»

Schon stürzte er davon, seine Mutter fing ihn grade noch beim Hemd.

«Daß du hierbleibst! Ihr Guise kann bei ihr sein, und er ist bewaffnet.»

Das hielt ihn sofort auf.

«Und wenn sie dich sieht, kommt sie bestimmt nicht her. Ich aber will, daß die Sache nirgends sonst vor sich geht, als nur bei mir.»

Sie klatschte in die Hände, und zu einer ihrer Frauen, die eintrat, sagte sie:

«Bitte die Prinzessin, meine Tochter, mich aufzusuchen, damit ich ihr eine sehr wichtige Nachricht mitteilen kann. Versichere ihr, daß es etwas Gutes ist.»

Hiernach warteten die beiden — Katharina ohne Regung, mit gefalteten Händen, aber ihr vierschrötiger Sohn rannte vor Ungeduld im Zimmer umher, sein Nachtgewand flatterte, und er keuchte schon im voraus, während er knurrte.

Endlich öffnete die Tür sich weit für eine Erscheinung, die jeder bewundert hätte, außer diesen beiden. Marguerite von Valois trug trotz der frühen Stunde schon ein weißes Seidenkleid mit viel glitzerndem Behang. Sie hatte rote Schuhe, und auch ihre Perücke war rötlich, dem Gesicht aber verlieh ihre große Erfahrung im Schminken genau den Ton, der für eine solche Blonde paßte.