«Und du kränkst ihn auch nicht, wenn du mich liebhast. Du wirst nur mich sehr kränken durch deine Abreise.»
«Ein Prinz aber muß immer durch das Land reiten, einmal in die Schlacht und das andere Mal —»
«Wohin das andere Mal?»
«Das brauchst du nicht zu wissen, Fleurette. Es würde dich nicht glücklicher machen, und wir sollen zusammen glücklich sein, so lange, bis wir nicht mehr zusammen sein sollen.»
«Ist es wahr? Du bist glücklich bei mir?»
«So sehr war ich es noch nie! Hab ich denn schon einen solchen Tag aufgehen sehen? Er ist schön wie deine Wangen. Ich werd ihn nie vergessen. Keine einzige von all den Blumen hier kann mir je aus dem Gedächtnis entschwinden.»
«Der Morgen ist kurz, und bald verblühen auch die Blumen. Ich bleibe da und warte. Wie weit du reiten magst und was dir alles begegnet, erinnere dich meiner — und der kleinen Kammer, in die der Garten duftete, während wir uns liebten, und meines Mundes, den du —»
«Fleurette!»
«Jetzt geküßt hast das letztemal. Und geh, sonst werden sie dich fortholen von mir, aber ich will nicht, daß andere deinen Abschiedsblick sehen!»
«Dann versenken wir unseren letzten Blick in den Brunnen. Komm, Fleurette! Deinen Arm um meinen Hals! Meinen um deine Hüfte! Jetzt sehen wir gemeinsam hinunter in den Wasserspiegel, darin begegnen sich unsere Augen. Du bist siebzehn Jahre, Fleurette.»