— Man muß ihr etwas schenken. Aber was?

Der Papagei wachte auf und schwatzte.

— Ich will’s euch sagen, erklärte die Dicke.

Und sie sprach lang mit leiser Stimme. Eine der Frauen wischte sich die Augen.

— Das ist wahr, sagte sie, wir haben keinen gehabt; das wird uns Glück bringen.

— Nicht? Sie für uns vier, sagte eine andere.

— Wir fragen Madame um Erlaubnis, sagte die Dicke.

Und am nächsten Morgen, als Jeanie weiterging, hatte sie an jedem Finger ihrer linken Hand einen Ehering. Ihr Geliebter war weit fort; aber sie würde an sein Herz klopfen, um dort einzutreten, mit ihren fünf goldenen Ringen.

Die Auserwählte

Seitdem sie groß genug war, hatte Ilsée die Gewohnheit, jeden Morgen vor ihren Spiegel zu gehen, um zu sagen: »Guten Morgen, meine kleine Ilsée.« Dann spitzte sie die Lippen und küßte das kalte Glas. Das Bild schien von allein zu kommen. Es war in Wirklichkeit ganz fern. Und diese andere, bleichere Ilsée, die sich aus den Tiefen des Spiegels hob, war eine Gefangene des kühlen Mundes. Ilsée gab ihr ihr Mitleid, denn sie schien traurig und grausam. Ihr morgendliches Lachen war eine bleiche Morgenröte, noch gefärbt vom nächtlichen Grauen.