Cice sprach weiter:
— Alle sind sie gegen mich, und alle lieben hier nur meine Schwestern, und man hat mich während des Abendessens zu Bett geschickt, darum will ich fort, ja, ich will weit fort. Ich bin ein Aschenbrödel, ja, ein Aschenbrödel bin ich. Aber ich will es ihnen schon zeigen. Ich bekomme einen Prinzen, und sie bekommen niemand, gar niemand. Und dann komm ich in meinem schönen Wagen, und mein Prinz neben mir; ja, das mach ich. Wenn sie bis dahin gut sind, verzeih ich ihnen. Armes Aschenbrödel, ihr werdet schon sehen, daß sie besser ist als ihr, wartet nur!
Ihr kleines Herz wurde ganz groß, während sie ihre Strümpfe anzog und ihren Unterrock band. Der leere Stuhl stand verlassen mitten im Zimmer.
Cice stieg leise hinunter in die Küche und kniete sich weinend am Herd hin, die Hände in der Asche.
Ein Geräusch wie das eines Spinnrades ließ sie sich umwenden. Ein weicher haariger Körper rieb ihre Knie.
— Ich habe keine Patin, sagte Cice, aber ich habe meine Katze. Nicht wahr?
Sie hielt ihre Finger hin, und die Katze leckte sie langsam wie mit einer kleinen warmen Raspel.
— Komm, sagte Cice.
Sie stieß die Tür in den Garten auf, und die frische Luft schlug ihr ins Gesicht. Ein dunkler grünlicher Fleck war der Rasen; der große Ahorn zitterte, und die Sterne hingen in den Zweigen. Der Gemüsegarten jenseits der Bäume war ganz deutlich, und die Melonen leuchteten wie helle Glocken.
Cice riß lange Gräser aus, die sie ganz fein kitzelten. Sie lief zwischen den Melonen hin, wo kleine Schimmer flackerten. — Ich habe keine Patin: Kannst du einen Wagen machen, Katze?