Das kleine Tier gähnte gegen den Himmel, an dem sich graue Wolken jagten.
— Ich habe auch noch keinen Prinzen, sagte Cice. Wann kommt er?
Sie setzte sich neben eine dicke veilchenblaue Distel und schaute auf den Zaun des Gemüsegartens. Dann zog sie einen ihrer kleinen Schuhe aus und warf ihn mit aller Kraft über die Johannisbeersträucher. Der Schuh fiel hinaus auf die Landstraße. Cice streichelte die Katze:
— Hör zu, Katze. Wenn mir der Prinz meinen Schuh nicht bringt, dann kauf ich dir Stiefel, und wir ziehen aus, ihn zu finden. Es ist ein sehr schöner junger Mann. Er hat ein grünes Kleid an mit Diamanten. Er liebt mich sehr, aber er hat mich nie gesehen. Du wirst schon nicht eifersüchtig sein. Weißt du, wir bleiben zusammen, wir drei. Und ich werde viel glücklicher sein als Aschenbrödel, denn ich war viel unglücklicher. Aschenbrödel ging jeden Abend auf den Ball, und sie bekam sehr schöne Kleider. Ich, ich habe nur dich, meine geliebte Katze.
Sie küßte sie auf ihre feuchte Maroquinnase. Die Katze miaute leise und rieb sich mit einer Pfote das Ohr. Dann leckte sie sich und schnurrte.
Cice pflückte grüne Johannisbeeren.
— Eine für mich, eine für meinen Prinzen, eine für dich. Eine für meinen Prinzen, eine für dich, eine für mich. Eine für dich, eine für mich, eine für meinen Prinzen. Siehst du, so werden wir leben. Wir teilen alles unter uns drei und haben keine bösen Schwestern.
Die grauen Wolken am Himmel hatten sich zusammengezogen. Ein bleiches blaues Band hob sich im Osten. Die Bäume badeten in einem fahlen Halbschatten. Plötzlich fuhr ein eiskalter Windstoß Cice an die Kleider. Alles fröstelte. Der violette Ahorn beugte sich zwei, dreimal. Die Katze machte einen Buckel und sträubte das Fell.
Cice hörte weit auf der Straße das knirschende Geräusch von Rädern.
Ein glanzloses Feuer lief über die wiegenden Wipfel und das Dach des kleinen Hauses entlang.