— Was verkaufst du da, kleine Händlerin, in dieser traurigen Zeit des Regens?

— Lampen, gab sie die Antwort, nur brennende Lampen.

— Und was bedeuten denn in Wahrheit diese brennenden Lampen, die so groß sind wie ein kleiner Finger und mit einem Licht brennen, das nicht größer ist als der Kopf einer Stecknadel?

— Das sind die Lampen dieser finsteren Zeit. Ehemals waren es Puppenlampen. Aber die Kinder wollen nicht mehr groß werden. Und so verkaufe ich ihnen diese kleinen Lampen, die kaum durch den dunklen Regen leuchten.

— Und davon lebst du also, kleine schwarzgekleidete Verkäuferin, und ernährst dich von dem Geld, das dir die Kinder für deine Lampen bezahlen?

— Ja, sagte sie einfach. Aber ich verdiene recht wenig. Denn der böse Regen verlöscht oft meine kleinen Lampen, gerade wenn ich sie hinreichen will. Und wenn sie erloschen sind, dann wollen sie die Kinder nicht mehr. Niemand kann sie wieder anzünden. Es bleiben mir nur noch diese da. Ich weiß, ich kann keine andern mehr finden. Und wenn die letzten verkauft sind, dann werden wir im Dunkel des Regens bleiben.

— So ist es also das einzige Licht in dieser trüben Zeit? Und wie erhellt man denn mit einer so kleinen Lampe die feuchten Dunkelheiten?

— Der Regen verlöscht sie oft, sagte sie, und auf den Feldern und Straßen nützen sie dann nicht mehr. Man muß sich damit einschließen. Die Kinder schützen meine kleinen Lampen mit ihren Händen und schließen sich ein. Jedes schließt sich ein mit seiner Lampe und einem Spiegel. Und sie genügt, um ihnen im Spiegel ihr Bild zu zeigen.

Ich sah eine Weile auf die armseligen flackernden Flämmchen.

— Ach, kleine Händlerin, das ist ein trauriges Licht, und die Bilder im Spiegel müssen traurige Bilder sein.