Und das Mädchen sagte zu ihnen:

— Bald werden auch die großen Leute mit uns kommen. Sie werden zu den kleinen Kindern gehen. Sie werden spielen lernen. Wir werden ihnen die Schule halten, und in unserer Schule wird man nie arbeiten. Habt ihr Hunger?

Stimmen riefen:

— Ja, ja, ja. Es ist Zeit für die Puppenmahlzeit.

Da wurden kleine runde Tische gebracht und Servietten groß wie Veilchenblätter, und Gläser so tief wie Fingerhüte und Teller wie Nußschalen. Das Mahl bestand aus Schokolade und Zuckerkrümchen; und der Wein konnte nicht in die Gläser fließen, denn die kleinen fingerlangen weißen Fläschchen hatten einen zu dünnen Hals.

Es war ein alter und hoher Saal. Überall brannten kleine rote und grüne Kerzen in ganz winzigen Zinnleuchtern. Die kleinen runden Spiegel an den Wänden sahen aus wie silberne Taler. Man unterschied die Puppen unter den Kindern nur an ihrer Unbeweglichkeit. Denn sie blieben in ihren Stühlen oder kämmten, die Arme hoch, vor kleinen Toilettetischen ihr Haar oder schliefen bereits, zugedeckt bis ans Kinn, in ihren kleinen Messingbetten. Und der Boden war mit dem feinen grünen Moos bestreut, in das man die hölzernen Schafe der Spielwarenschachteln packt.

Das Haus schien ein Gefängnis oder ein Spital zu sein. Aber ein Gefängnis, in das man Unschuldige sperrte, um sie vor Leid zu bewahren, ein Spital, wo man von der Arbeit des Lebens heilte. Und Monelle war die Wärterin und die Krankenschwester.

Die kleine Monelle sah den spielenden Kindern zu. Aber sie war sehr bleich. Vielleicht hatte sie Hunger.

— Wovon lebst du, Monelle? fragte ich.

Und sie antwortete einfach: